Die Wienerin hat einen Hund.

Das weißt du ja vielleicht als Besucher*in meiner Website bereits. Seit fünf Jahren begleitet mich Rudy durch mein Leben und immer wieder auch bei meinen Gängen durch die Stadt. Bei Touren mit Gästen bleibt der Hund daheim. Er ist zwar gut erzogen, aber wenn er bemerkt, dass ich abgelenkt bin, kommt er manchmal auf dumme Ideen. Da bringe ich ihn lieber nicht in Versuchung.

Alles in allem ist Rudy aber ein guter Wegbegleiter durch die Stadt. Er weiß mittlerweile, dass ich oft stehenbleiben mag, um etwas genau anzuschauen und Fotos zu machen. Er kann auch artig posieren, wenn ein Foto von einer Sehenswürdigkeit mit Hund gefragt ist. Vorausgesetzt ich brauche nicht allzu lang, um den richtigen Blickwinkel zu finden.

Rudy weiß auch, wie man sich im Kaffeehaus benimmt. Das hat er von klein auf gelernt und er besteht darauf, in seinen „Stammlokalen“ einzukehren. Er weiß doch, dass dort mit (mindestens) einem Hundekeks und jedenfalls freundlichster Begrüßung zu rechnen ist. Praktischerweise hat Rudy bei Kaffeehäusern genau dieselben Vorlieben wie ich.

Auch viele berühmte Wiener*innen hatten Hunde. Kaiserin Elisabeth, berühmt unter ihrem Kosenamen Sisi, hatte eine Vorliebe für große Hunde. Auf ihrem Denkmal im Volksgarten ist an jeder Seite einer ihrer Leonberger verewigt.

Rudy im Café im Auktionshaus Dorotheum – einer unserer Geheimtipps; hier gibt es immer Platz, guten Kuchen und wir werden freundlichst willkommen geheißen

Wienerinnen und Wiener lieben Hunde.

Sie gehören zum Bild dieser Stadt und wir sehen sie überall – auf der Straße, in den Parks, in Geschäften und in Cafés und Gasthäusern. An einigen Plätzen sind sie nicht erlaubt – im Lebensmittelhandel, in Apotheken und in einigen – sehr wenigen – Restaurants. Historische Gärten sind für Hunde gesperrt – dazu gehören der Volksgarten, der Burggarten und die Gärten der Schlösser Schönbrunn und Belvedere.

In vielen Parks gibt es Hundeauslaufzonen, in denen Hunde frei laufen und, sofern sich ein Spielgefährte findet, auch ein herumtoben können.

Die Wiener Innenstadt hat einige bemerkenswerte Hundezonen zu bieten:
Am Wiener Heldenplatz ist uns bereits zweimal der Bundespräsident Alexander van der Bellen mit Österreichs First Dog Juli begegnet. Im Stadtpark dürfen die Hunde entlang des Wienflusses laufen – auf der Promenade der schönen historischen Wienflussverbauung.

Insgesamt sind die innerstädtischen Hundezonen alle eher klein. Für einen wirklichen Auslauf sind der Prater und die Donauinsel bessere Orte.

Außerhalb der Hundezonen müssen Hunde auf Wiener Straßen entweder an der Leine geführt werden oder einen Maulkorb tragen. In Parks ist jedenfalls eine Leine Pflicht, und für bestimmte, als gefährlich angesehene Hunde (sogenannte Listenhunde) sind Leine und Maulkorb überall vorgeschrieben.

Historische Gärten sind für Hunde leider nicht erlaubt.

Hunde findet man in Wien an vielen Orten. Ganz oben am Aufgang zur Kanzel im Stephansdom wacht das Hündchen Ohnefurcht und lässt nichts Böses hinauf zum Prediger.

Wiener Hunderunden

Mit den folgenden Hunderunden möchte ich dir ein paar Vorschläge machen, wie du einen Hundespaziergang mit dem Kennenlernen von Wien kombinieren kannst. Natürlich gibt es noch viele, viele andere Möglichkeiten. Frag einfach Wiener Frauchen und Herrchen, die du unterwegs triffst. Bestimmt bekommst du viele gute Anregungen und Tipps. Mit Hundemenschen kommt man ja gut ins Gespräch.

Innenstadt

Wie die meisten großen Städte hat auch Wien im historischen Zentrum nicht viele Hundeauslaufflächen aufzuweisen. In den historischen Parks (Burggarten, Volksgarten) sind Hunde nicht erlaubt. Im Stadtpark gibt es eine Hundezone entlang des Wienflusses, am Heldenplatz ebenso, in der Nähe des Äußeren Burgtors. Dort dürfen Hunde frei laufen und es finden sich meistens auch Spielgefährten.

Für das Erkunden der Innenstadt mit Hund eignen sich am besten die Morgenstunden, denn da sind sogar die belebtesten Plätze und Gassen leer. Ein zusätzlicher Vorteil ist, dann du um diese Zeit die beste Gelegenheit für schöne Fotos von den Sehenswürdigkeiten hast. Und es findet sich auch bestimmt ein schon früh geöffnetes Café für eine Melange und ein Kipferl – und mit Glück auch ein Hundekeks.

Bild: Der Hundeauslauf im Stadtpark entlang des Wienflusses lässt uns einen oft unbeachteten Teil dieser Parkanlage besser kennenlernen.

 

Donaukanal

Von der Innenstadt leicht zu erreichen ist der Donaukanal. Treppen bei der Urania und am Schwedenplatz führen auf den autofreien Weg entlang des Flusses, den sich Spaziergänger, Radfahrer*innen und Hunde teilen. Hier laufen die Hunde am besten an der Leine, jedoch ohne Stress durch Autolärm und volle Gehsteige.

Der Weg entlang des Donaukanals bietet dir die Gelegenheit, die Street Art an einer der legalen Graffiti-Flächen der Stadt (Wiener Wand) aus der Nähe anzuschauen.

Prater

Der Weg in den Prater verläuft entweder entlang des Donaukanals oder über die Praterstraße und den Praterstern (gut mit der U-Bahn erreichbar). Der Wiener Prater, das ehemalige Jagdgebiet der Habsburger, ist ein großer Landschaftspark. Die Prater Hauptallee ist eine Lieblingsstrecke für Wiens Läufer*innen und ebenso beliebt bei Radfahrer*innen, also ist dort eine Leine Pflicht. Allerdings gibt es eine große Hundeauslaufzone mit Wiese und Waldwegen, die alle Freiheiten und viel Abwechslung bietet. Im Anschluss an den Spaziergang ist auch für die Hundebesitzerinnen und -besitzer ein Café in der Nähe.

Alte Donau

Mit einem Hund, der die U-Bahn benützen kann (Leine und Maulkorb sind dort Pflicht, der Hund braucht fährt mit einem Kinderfahrschein, erhältlich am Automaten in den Stationen), kannst du mit der Linie U1 zur Alten Donau fahren und dort unter verschiedenen Routen wählen. Rund um die Obere und Untere Alte Donau gibt es weitgehend autofreie Spazierwege, in der Nähe des Wasserparks sogar eine große Hundezone mit Zugang zum Wasser. Für die Hundebegleiter*innen gibt es an der Alten Donau auch eine Menge Einkehrmöglichkeiten für eine Erfrischung und Stärkung. Überall dort sind Hunde ebenso gern gesehene Gäste.

Auch der Donaupark liegt an der Alten Donau und ist mit der U-Bahn einfach erreichbar. Viele Spazierwege (Hunde an der Leine) führen durch die ganz unterschiedlichen Teile des Parks, der für die Wiener Internationale Gartenschau im Jahr 1965 angelegt wurde. Von damals stammt auch sein Wahrzeichen, der 252 Meter hohe Donauturm (das höchste Bauwerk Wiens), auf dem sich ein drehendes Restaurant befindet.

Bild: Rudy im Donaupark, am Turm nicht besonders interessiert.

Währinger Park, Türkenschanzpark

Diese beiden alten Wiener Parkanlagen im 18. und 19. Bezirk bieten große Hundezonen mit vielen Annehmlichkeiten: Sitzbänke für die Menschen, Wasserstellen für die Hunde, herumliegende Baumstämme zum Draufspringen, Schatten und Wiese und auch hundefreundliche Cafés für die Pause nach dem Herumtollen.

Der Währinger Park wurde auf dem Gelände des aufgelassenen Währinger Friedhofs angelegt und 1923 eröffnet. In der Nähe der Hundezone liegt der ehemalige jüdische Friedhof Währing. Dieser Friedhof besitzt noch immer viele kulturhistorisch wertvolle Grabmonumente und ist ein bedeutendes Denkmal der Wiener Stadtgeschichte und der Geschichte des Jüdischen Wien. Der Friedhof ist nicht öffentlich zugänglich, kann aber zu bestimmten Zeiten (ohne Hund) besichtigt werden.

Der Türkenschanzpark liegt ebenfalls an einem historischen Ort. Hier befand sich 1683 bei der Zweiten Wiener Belagerung durch die Osmanen eine Schanze der Osmanen/Türken. Man nimmt an, dass der Name des Parks, der bereits 1888 für die Wiener Bevölkerung eröffnet wurde, darauf zurückgeht.

Donauinsel

Den Hundeauslauf auf der Donauinsel erreicht man ebenfalls mit der Straßenbahn über die Floridsdorfer Brücke, allerdings etwas einfacher mit dem Auto. Start ist beim Parkplatz bei der Floridsdorfer Brücke und von dort geht es entlang des Wassers weiter. Hunde wie Rudy, die sich zwischendurch gern abkühlen, sind dort besonders glücklich, weil es mehrere Badeplätze gibt.

Bild: Beim Spazieren auf der Donauinsel zeigt sich Wien als Stadt am Wasser und eröffnet ganz andere Perspektiven als im Stadtzentrum.

Wiener Wald

Ein großes Spaziergängerparadies ist natürlich auch der Wiener Wald. Viele Ausgangspunkte für größere und kleinere Runden kannst du mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen. Bitte beachte, dass Hunde im Wiener Wald stets unter Kontrolle sein müssen und daher nicht ohne Leine laufen dürfen.

Im Wiener Wald befindet sich auch der höchste Berg auf Wiener Stadtgebiet, der 544 Meter hohe Hermannskogel.

Hundeurlaub in Wien – 10 x Praktisches

1. Ankündigen

In Hotels und Restaurants, Cafés und auch beim Heurigen sind Hunde in der Regel willkommen. Es ist immer einfacher, wenn der Hund schon bei der Reservierung angekündigt wird, zumal wenn er sich so wie mein Hund nicht gern unter den Tisch legt und wir aus Rücksicht auf andere Gäste und das Personal immer um einen Eckplatz bitten, an dem wir möglichst wenig stören.

2. Das nötige Equipment

Leine und Maulkorb sind oft, aber nicht immer nötig. In den meisten Lokalen darf der Hund einfach so dabei sein. Wenn aber andere Hunde in der Nähe sind oder ein Gast, der sich in Hundenähe nicht so sicher fühlt, ist es für alle besser, den Hund anzuleinen. Eine mitgebrachte Decke kann es deinem Hund bequemer machen.

3. Wasser

Wiener Wasser hat die allerbeste Qualität und ist für Mensch und Tier überall trinkbar (außer es wird extra auf das Gegenteil hingewiesen, z.B. in den Becken historischer Brunnen). Viele Wiener Hydranten haben fix montierte Hundenäpfe, aus denen dein Hund jederzeit frisches und gesundes Wasser trinken kann. In einem Café oder Restaurant wird dein Hund gern Wasser in einem Napf serviert bekommen. Scheue dich nicht, darum zu bitten.

4. Futternachschub

Bestimmt hast du das passende Hundefutter auch auf Reisen mit. Sollte dennoch einmal etwas ausgehen oder du Hundekekse brauchen, weil dein besonders braver Liebling schon alles aufgegessen hat: In den Wiener Supermärkten und Drogeriemärkten ist Hundefutter im Angebot und die Vorräte lassen sich dort gut auffüllen.

5. Öffentliche Verkehrsmittel

Hunde dürfen mit Leine und Beißkorb alle öffentlichen Verkehrsmittel benutzen. Kleine Hunde, die in einer Tasche reisen, müssen nicht zusätzlich gesichert sein. Hunde, die nicht in Taschen passen, benötigen einen Fahrschein und reisen zum selben Tarif wie Kinder. Ein Hundefahrschein kann ebenso wie deiner bei den Automaten in den Stationen oder in den Straßenbahnen gekauft werden.

6. Hundezonen

In den meisten Parks und in großen Grünanlagen gibt es Hundeauslaufzonen, in denen Hunde ohne Leine und Beißkorb laufen dürfen. Diese Hundezonen unterschiedlicher Größe sind immer eingezäunt und mit einem Schild gekennzeichnet.

7. Ein Sackerl fürs Gackerl

Beutel für den Hundekot findest du in der ganzen Stadt – an Mülleimern, bei den Hundezonen und in Parks. Sie sind kostenlos. Bitte sammle die Hinterlassenschaften deines Hundes ein und entsorge den Beutel in einem der vielen Wiener Mülleimer. Danke!

8. Hundebetreuung

Während deines Aufenthalts in Wien willst du vielleicht auch etwas unternehmen, wobei dein Hund dich nicht begleiten kann: ein Museum oder Theater besuchen, in ein Konzert oder zu einer Ausstellung gehen. Online findest du viele Angebote für Hundebetreuung und Dogwalker in Wien. Bitte suche und buche rechtzeitig, damit du in Ruhe dein Programm genießen kannst, während dein Hund bestens betreut wird.

9. Hitze und Kälte

Die Sommer in Wien werden zunehmend heißer und die Innenstadt ist dann ein hundeunfreundlicher Ort. Wien hat eine Reihe guter Hotels, die etwas außerhalb des Zentrums und in der Nähe von Parks oder am Wasser liegen. Dort sind Hunde gerade in der heißen Zeit besser aufgehoben als direkt im Stadtzentrum und gleichzeitig hast du mit dem öffentlichen Verkehrsnetz eine gute Anbindung zu den Sehenswürdigkeiten.


Im Winter ist Glatteis eine Gefahr und die Stadt Wien streut Salz zur Vorbeugung gegen Stürze. Empfindlichen Hundepfoten bekommt das oft schlecht. Bitte denke bei einer Reise im Winter an Hundeschuhe oder jedenfalls Feuchttücher und Waschlappen, um die Pfoten nach einem Spaziergang gut reinigen zu können.


Solltest du in Wien von einem Kälteeinbruch überrascht werden und dein Hund frieren: Zahlreiche Hundeboutiquen stehen zur Verfügung und es findet sich bestimmt ein hübsches und wärmendes Mäntelchen für deinen Hund.

10. Notfälle

Wien verfügt in der ganzen Stadt über ein dichtes Netz an Tierarztpraxen. Du findest Adressen und Kontaktmöglichkeiten online und dein Hotel wird dir auch behilflich sein können. Für akute Notfälle, nachts und an Wochenenden steht die Notfallambulanz der Veterinärmedizinischen Universität für dich offen. Für den Transport deines Hundes kannst du ein normales Wiener Taxi benutzen. Allerdings muss das vorher angekündigt werden, da nicht alle Fahrer Hunde akzeptieren. Deshalb ist es am besten, telefonisch ein Taxi zu reservieren.

Hier ist freies Laufen ohne Leine gestattet.

Touren der Wienerin mit Hundebegleitung

Auch wenn mein Hund daheimbleibt, während ich mit Gästen in Wien unterwegs bin, freue ich mich über deine Hundebegleitung auf einem Stadtspaziergang. Im Rahmen von privaten Touren sind eure vierbeinigen Begleiter gern gesehen. Die Route lässt sich auch auf ihre Bedürfnisse abstimmen, das bereite ich gern gemeinsam mit euch vor.

In der Regel kann eine Stadtführung mit Hund nur im Freien stattfinden, da der Zutritt in Museen, Kirchen, Schlösser etc. in Hundebegleitung nicht erlaubt ist. *) Doch auch auf dieses Weise lässt sich die Stadt sehr gut erkunden. Wenn eine geführte Tour mit Hund für dich interessant ist, schick mir einfach eine Nachricht. Danke!

*)Wo und unter welchen Bedingungen Assistenzhunde zu Besichtigungen mitgenommen werden dürfen, müssen wir im Einzelfall rechtzeitig vor dem Besuch herausfinden und am besten mit dem einzelnen Museum etc. abstimmen.

Dr. in. Karin Eichhorn-Thanhoffer

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